Der Frühling ist Galaxienzeit …


und wieso sieht man dann so viele? Eigentlich ganz einfach. Wir, das heißt unsere Sonne natürlich mit der Erde, liegt in einem Spiralarm unserer Milchstraße, und das eher etwas weiter vom Zentrum entfernt. Schauen wir in Richtung des Milchstraßenzentrums, sehen wir unsere Galaxie als helles Band am Himmel (daher der Name „Milchstraße“). In diesem Bereich liegen z. B. die Sternbilder Einhorn, großer Hund, Teile des Orion, Perseus, Kassiopeia, Schwan, Adler, Schild. Wir schauen also in die Milchstraße hinein und sehen daher viele Gasnebel und nahe Sternhaufen, aber wenige Galaxien, weil die von der Milchstraße verdeckt sind. Schauen wir von der Milchstraße weg, blicken wir in die Tiefe des Alls und können viele Galaxien erkennen. So z. B. in den Sternbildern Jungfrau, Haar der Berenike, Löwe und Jagdhunde. Und die stehen nun mal mehr im Frühjahr hoch am Nachthimmel…

Gestern war ich in den Jagdhunden „unterwegs“. Objekt war M 106. Diese Spiralgalaxie ist 23 Mio LJ entfernt und hat einen Durchmesser von etwa 125000 LJ. Auf diesem Bild sieht man noch gut erkennbar NGC 4248, 24 Mio LJ entfernt, aber mit 20000 LJ Durchmesser viel kleiner. Und wenn man genauer hinschaut, erkennt man noch zwei „kleine“ Galaxien, NGC 4231 und NGC 4232. Sie sind ähnlich groß wie M 106 bzw. etwas größer, wirken aber wegen der unglaublich großen Entfernung von 334 bzw. 327 Mio LJ so klein. Belichtung: 25 min.

M 106


Und dann war noch NGC 4244 mein Ziel, die Silbernadelgalaxie. Sie ist 12 Mio LJ entfernt und hat einen Durchmesser von 55000 LJ. Wir sehen sie nur in der Kantenlage. Belichtung 27 min.

NGC 4244